Projekt KoMoDo - Tagebuch
Willkommen auf der Tagebuch-Seite des Projektes KoMoDo!
Hier gibt's Informationen zum aktuellen Verlauf der Forschung, bildliche Einblicke in die tägliche Arbeit sowie erste Ergebnisse.
Nov 2025 - August 2026 - Projekt-Update: Markierungsversuche zur Untersuchung der Dorschprädation durch Kormorane
Die lange Funkstille hat ein Ende! Zwischen Feld- und Laborarbeit hat sich endlich etwas Luft für ein lang ersehntes Update ergeben. Ihr fragt euch bestimmt: Wie sah der Winter und die letzten Monate bei uns aus?
Um die Prädation von Dorschen durch Kormorane besser abschätzen zu können, wurden im Winter 2025 in der Lübecker Bucht umfangreiche Markierungsversuche durchgeführt. Die Dorsche wurden mit kommerziellen Reusen gefangen und anschließend markiert. Rund 500 Dorsche erhielten einen PIT-Tag (passive-integrated transponder), während ca. 100 weitere Dorsche zusätzlich mit einem internen Radiosender ausgestattet wurden.
Zur Erfassung möglicher Prädationsereignisse wurden an den Kormoranrastplätzen Hemmelsdorfer See und Dassower See zwei stationäre Radioantennen installiert. Mithilfe dieser Antennen können markierte Dorsche, die von Kormoranen aufgenommen wurden, detektiert und der Zeitpunkt der Prädation bestimmt werden.
Ergänzend werden die Rastplätze alle 10 bis 12 Tage entlang festgelegter Transekte mit einem mobilen Empfänger abgesucht, um weitere Radiosender zu lokalisieren. Im Rahmen dieser Begehungen werden außerdem Speiballen der Kormorane gesammelt und die Anzahl der anwesenden Kormorane erfasst. Die gewonnenen Daten liefern wichtige Informationen zur Prädation markierter Dorsche und ergänzen die Ergebnisse der stationären Antennensysteme.
Auch im Labor wird die Arbeit kontinuierlich fortgesetzt. Dazu haben wir diesen Sommer eine weitere Unterstützung bekommen. Die gesammelten Speiballen sowie weitere Proben werden derzeit systematisch aufgearbeitet und analysiert. Die daraus gewonnenen Ergebnisse liefern zusätzliche Einblicke in das Nahrungsspektrum der Kormorane und tragen dazu bei, die Auswirkungen der Prädation auf den Dorschbestand in der Lübecker Bucht umfassend zu bewerten.
Bleibt dran!
Fotos:
Oben links: Stationäre Antenne am Hemmelsdorfer See, um Radiosender innerhalb der Kormorankolonie zu hören (©IfB)
Oben rechts: Aktive Suche nach PIT (passive integrated transponder) Sendern an dem Kormoranschlafplatz in Dassow (©IfB)
Unten links: Kormorane in der Dämmerung auf dem Weg zum Schlafplatz am Dassower See (©IfB)
Unten rechts: Aus Speiballen isolierte Gehörsteine (Otolithen), die bestimmt und vermessen werden (©IfB)
Juli 2025
Sommerzeit ist Laborzeit!
Während unsere Ornithologen draußen unterwegs sind und fleißig Proben sammeln, herrscht drinnen konzentrierte Stille: Im Labor arbeiten wir derzeit Probe für Probe auf. Die Kühltruhen füllen sich, die Pipetten laufen heiß – ein gutes Zeichen für unseren Fortschritt.
Ein ausführlicheres Update folgt, sobald wir wieder etwas mehr Luft haben.
Blick durch das Mikroskop - ein Flunder Otolith aus dem Speiballen eines Kormorans (Foto: © K. Mehrwald, IfB)
April 2025
Ein kleines Lebenszeichen aus dem neuen Jahr – das Projekt läuft weiterhin auf Hochtouren und auch im Labor herrscht reger Betrieb. Die Zeit vergeht wie im Flug, und draußen kündigt sich bereits der Frühling an: Die ersten Kormorane machen sich bereit, ihre Brutkolonien zu besetzen.
Im März durften wir einen spannenden Aufenthalt an der Universität Aarhus verbringen. Gemeinsam mit unseren dänischen Kolleg*innen arbeiten wir daran, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen: Wir führen Daten und Studien aus früheren Jahren zusammen, um den Einfluss der Kormorane auf das Ökosystem noch besser zu verstehen.
Ein besonderes Highlight war dabei die gemeinsame Speiballensammlung mit unserem Ornithologen Lars, eine tolle Gelegenheit, direkt mit im Feld zu sein und praktische Einblicke in die Datenerhebung zu bekommen.
Zum Abschluss bekamen wir Besuch von Herrn Minister Werner Schwarz vom Ministerium für Landwirtschaft, Ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein. Bei einem kurzen Austausch konnten wir das Projekt vorstellen und über den aktuellen Stand der Forschung berichten.
Wir freuen uns auf die kommenden Monate – mit weiteren spannenden Proben, vielen kleinen Fortschritten im Labor.
Auf der Suche nach Speiballen auf einem Kormoran-Schlafplatz auf der kleinen, abgelegenen Insel Musholm (© K. Mehrwald, IfB)
Speiballen sind zwischen den Steinen am diesem Kormoranschlafplatz schwer zu entdecken (© K. Mehrwald, IfB)

Kormorane an einem Nistplatz in Nysted, Dänemark (© K. Mehrwald, IfB)
August bis Oktober 2024
Um euch auf dem Laufenden zu halten, was sich bei uns in letzter Zeit getan hat, gibt es hier wieder einen kleinen Einblick in die aktuellen Entwicklungen unseres Projekts.
Trotz des Sommers war bei uns von einer Sommerpause keine Spur! Die Kormoranzählungen und Probensammlungen liefen weiterhin auf Hochtouren (Foto 1). Mittlerweile haben wir über 2.000 Speiballen gesammelt – eine beeindruckende Zahl, die uns im Labor einiges an Geduld abverlangt. Bisher konnten wir bereits 600 Speiballen sorgfältig aufarbeiten und sind jetzt dabei, diese zu analysieren (Fotos 2 und 4).
Parallel dazu wurde die Zeit genutzt, um wichtige Schritte voranzubringen: Antragstellungen, Weiterbildungen in Genetiktechniken (Foto 5) und Tierversuchskurse (Foto 3) standen ebenso auf der Agenda wie ein inspirierendes Treffen für Nachwuchswissenschaftler*innen zur aktuellen Biodiversitätsforschung, das auf der Insel Vilm in Mecklenburg-Vorpommern stattfand. Hier hatten wir die Gelegenheit, unsere Projektziele erfolgreich vorzustellen und intensiv zu diskutieren.
Auch der Austausch mit unseren Projektpartner*innen und Ornitholog*innen stand im Fokus. Solche Treffen sind essenziell, um neue Einblicke in das Verhalten der Kormorane zu gewinnen und die Beobachtungen zu vertiefen. Besonders der enge Austausch und die Zusammenarbeit mit unseren Kolleg*innen aus Dänemark ist wichtig für unser Projekt und bringt uns einen großen Schritt näher an aussagekräftige und breit gefächerte Ergebnisse.
Für alle, die noch mehr über unsere Arbeit erfahren möchten, empfehlen wir diesen spannenden Beitrag des NDR: Wie viel Dorsch frisst der Kormoran?. Schaut doch mal rein!
1: Blick durch ein Fernglas auf den Kormoran-Schlafplatz an der Mole der Insel Fehmarn (Foto: K. Mehrwald, IfB)
Mai - Juli 2024
Kormoran-Brutkolonie Wallnau/Fehmarn zur Zeit der Beringung (Foto mit Genehmigung: © Bernd Koop). Einmalig werden die Jungtiere beringt, und dazu müssen Ornithologen in die Brutkolonie gehen. In diesem Zuge wurden auch für uns Speiballen gesammelt.
Fotos untere Reihe:
Links: Nach der Aufbereitung der Speiballen werden Hartstrukturen, wie Wirbel oder Otolithen, aus den Verdauresten sortiert (© Katja Mehrwald).
Mitte: Interessanter Fund: ein Kompletter Dorschschädel in einem Speiballen (© Katja Mehrwald).
Rechts: Katja Mehrwald (IfB) erklärt interessierten Standgästen die Identifikation von Otholithen am Mikroskop (Foto mit Genehmigung: © Valentin Paster/Eventfotograf Berlin)

























