Projekt Wolgazander
Fördergeber: | Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt - Fischereiabgabe |
Projektlaufzeit: | 2026 - 2028 |
Worum es geht: | Untersuchung der Ausbreitungssituation des Wolgazanders in Deutschland und die Nahrungskonkurrenz zu Barsch und Zander |
Projektpartner: | entfällt |
Ansprechperson IfB: | Dr. Sven Matern und Steffen Zahn + 49 (0)33201/ 406 -69 (Matern) oder -18 (Zahn) Email: , |
Untersuchungen zur Ausbreitung des Wolgazanders im Einzugsgebiet der Elbe in Sachsen-Anhalt und zu fischereilichen und fischereirechtlichen Folgen und Maßnahmeoptionen
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Wolgazanders beinhaltet die nördlichen Teile des Einzugsgebiets des Schwarzen und Kaspischen Meers. Seit 2010 werden Wolgazander auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets v.a. im Mittellandkanal zwischen Hannover und Wolfsburg mit der Angel gefangen. Mittlerweile hat sich der Wolgazander offenbar entlang des gesamten Mittellandkanals bzw. Elbe-Havel-Kanals in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ausgebreitet. Der Wolgazander ähnelt dabei dem heimischen Zander und stellt einen interessanten Zielfisch für die Angelfischerei dar. Im Projekt soll die aktuelle Ausbreitungssituation des Wolgazanders in Deutschland, sowie die Nahrungskonkurrenz zu heimischen Fischarten untersucht werden. Zusätzlich werden auch Analysen zum Wachstum und zur Geschlechtsreifung im Vergleich zum heimischen Zander angestrebt.
Der Wolgazander: Wie unterscheidet er sich vom heimischen Zander?
Auf den ersten Blick sieht der Wolgazander aus wie eine Mischung aus Zander (Sander lucioperca) und Barsch (Perca fluviatilis). An insgesamt 11 Merkmalen lassen sich Zander und Wolgazander gut unterschieden. Das einfachste Merkmal zur Differenzierung ist das Fehlen der so genannten Hundszähne beim Wolgazander im Vergleich zum Zander. Weitere, leicht erkennbare Merkmale sind das ausgeprägte und kräftige Querstreifenmuster beim Wolgazander und die geringere Maximalgröße (selten >60 cm, Zander >100 cm). Für eine sichere Unterscheidung sind diese Merkmale völlig ausreichend. Weitere Unterscheidungskriterien sind die Körperform, Form der Rückenflosse, die Lage des Zwischenkiefers, die Form der Schnauze, die Beschuppung des Kiemendeckels, der Augendurchmesser, die Größe und Anzahl der Schuppen entlang der Seitenlinie.
Abb. 1: Heimischer Zander (Sander lucioperca, links) und Wolgazander (Sander volgensis, rechts) im Vergleich: dem Wolgazander fehlen die Hundszähne (Foto, mit Genehmigung: © Matthias Emmrich)
Grundsätzlich ist der Wolgazander gegenüber geringen Sauerstoffwerten toleranter als der Zander. Im Gegensatz zum Zander betreibt der Wolgazander keine Brutpflege und laicht später als der Zander, so dass natürliche Kreuzungen eher selten sind. In der wissenschaftlichen Literatur wird vermutet, dass die fehlende Brutpflege beim Wolgazander auch der Grund dafür sein könnte, dass der Wolgazander bei gleichzeitigem Vorkommen mit dem Zander in einem Gewässer immer geringere Bestandsdichten aufweist.
Hier geht es zum Artensteckbrief Wolgazander.
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